Aktuelles
Geburtstagszeitung neu aufgelegt!

Die „Geburtstagszeitung“, die wir zum 100. Geburtstag von Willy Brandt 2013 gedruckt haben, ist auf so großes Interesse gestoßen, dass wir sie neu aufgelegt haben.  Sie kann bei uns im Forum erworben für 4 Euro oder per E-Mail unter buchungsanfrage@willy-brandt-forum.com bestellt werden (5 Euro inkl. Versand).

Die Geburtstagszeitung enthält so manche Überraschung sowie Fotos und Faksimiles, die noch nie gezeigt worden sind.

In der Zeitung …

… gehen wir auf Spurensuche nach Willy Brandt in Unkel.

… zeigen wir Erinnerungsstücke, Geschenke usw., die wir erhalten haben.

… blicken wir darauf zurück, was sich im Laufe des Geburtstagsjahres im Forum ereignet hat.

Viele Einträge in unseren Gästebüchern lassen erkennen, wie nachhaltig das Wirken des Politikers und Menschen Willy Brandt in den Köpfen vieler Besucher auch heute noch verhaftet ist. Einige beeindruckende Einträge zeigen wir – ohne Namensnennung – in unserer Zeitung.

Wertvolle Erweiterung der Ständigen Ausstellung: Zustiftung für das Willy-Brandt-Forum aus der Sammlung Scheufelen

Ein lebensgroßes Bronzeporträt Willy Brandts des Bildhauers Gerhard Marcks, von dem es überhaupt nur zwei Güsse gibt, ist die neue Attraktion des Unkeler Willy Brandt-Museums. Bei einer Matinée wurde die Zustiftung des Sammlers Dr. Ulrich Scheufelen,  mit der das Kunstwerk in den Besitz der „Bürgerstiftung Unkel  Willy-Brandt-Forum“ übergeht,  vorgestellt.

Er freue sich sehr, dass der 1971 entstandene Brandt-Kopf nun in Unkel seine endgültige Bleibe gefunden habe, sagte Scheufelen bei der Matinée. Die Persönlichkeit Brandts und seine große internationale Reputation  nannte er als die Gründe, warum er „Willy Brandt sammelt“.  „Zum ersten Mal erlebte ich Willy Brandt im Juni 1963 in Berlin mit Kennedy und Adenauer und zum letzten Mal bei der Vereinigungsfeier vor dem Reichstag. So schloss sich auch für mich ein Kreis“, so Scheufelen.

Brigitte Seebacher, die Stifterin des Unkeler Willy-Brandt-Forums, zeichnete nach, auf welch verschlungenem Weg der  Kopf nach Unkel kam. Er war über Jahre in der Willy Brandt-Ausstellung im Berliner Rathaus Schöneberg  und später dann im Forum Willy Brandt Unter den Linden zu sehen.

Der an der Hochschule für Bildende Künste in Essen lehrende Kunsthistoriker  und Vorsitzende der Ludwig Kirchner Gesellschaft in Berlin, Reimund Stecker, ging der Frage nach, was heute und morgen ein Porträt eines Menschen bewirken kann, dessen Geist und Wirken für seine Gegenwart, unsere Zeit und Zukunft bedeutend waren und sind. Seine Antwort war kurz und klar: „Gerhard Marcks sah die überzeitliche Geistigkeit Willy Brandts in dessen Physiognomie und vermochte sie Form werden zu lassen!“

Der Vorsitzende des Willy Brandt-Forums, Christoph Charlier, dankte im Namen des Vorstands und der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung für „das wunderbare Geschenk“, das die schon vorhandene Ständige Ausstellung, zu der bereits Marcks´ Skizzen und eine Vorstudie des originalen Bronzekopfes gehören,  ideal ergänze. Scheufelen sei einer der rar gewordenen privaten Sammler, die ihre Werke Museen überlassen. Eine schönere Belobigung der ehrenamtlichen Arbeit könne sich das Unkeler Willy-Brandt-Forum kaum vorstellen. „Das ist Mäzenatentum reinsten Wassers“, sagte er.

Die Feierstunde wurde würdig durch den jungen Solo-Cellisten Julian Bachmann begleitet. Auf seinem historischen Instrument aus dem Mailand des 16. Jahrhunderts spielte der mehrfach preisgekrönte Musiker Stücke von Sergei Prokovief, Edvard Grieg und aus der „Hohen Schule des Violoncellospiels“ von David Popper.

 

Kunstprojekt Unkeler Schüler als Dauerleihgabe überreicht
Schülerinnen und Schüler der Stefan-Andres Realschule

plus in Unkel haben sich künstlerisch mit Willy Brandt und dem Forum auseinandergesetzt. Die im Rahmen des schulischen Kunstprojekts entstandenen Fotovernähungen übergab Rektorin Bettina Stenz heute als Dauerleihgabe an den Geschäftsführer Rudolf Rupperath anlässlich des 5-jährigen Bestehens des Unkeler Forums. Es wird nicht lange dauern, bis sie bei uns zu sehen sein werden…. 

Fünfjähriges Jubiläum am 20. März 2016

Eine besondere Antwort auf die oft gestellte Frage, warum es am Rhein so schön ist, gab bei der Feier zum fünfjährigen Bestehen des Unkeler Willy-Brandt-Forums am 20. März 2016 die Witwe von Willy Brandt, Prof. Dr. Brigitte Seebacher. „Willy Brandt hat in Unkel glückliche Jahre verbracht“, versicherte sie in ihrem Vortrag vor gut 160 Festgästen im Ratssaal der Verbandsgemeinde Unkel.  Und sie fügte hinzu: „Wer weiß, ob er die Zeitenwende 1989 und die deutsche Einheit noch erlebt hätte, wären sie nicht gewesen. So hat sich sein Leben wunderbar gerundet.“

In Unkel , wo Brandt von 1979 bis zu seinem Tod 1992 als „Bürger unter Bürgern“  lebte, machte der Friedensnobelpreisträger und erste sozialdemokratische Bundeskanzler auch mit den unromantischen Seiten des Lebens am deutschen Schicksalsstrom Bekanntschaft. So, als er im November 1986 wie alle anderen um Trinkwasser anstehen musste. Über Nacht waren die Tiefbrunnen abgeschaltet worden, weil das Giftwasser nach einem Brand im Schweizer Chemieunternehmen  Sandoz zu einem bis dahin nicht gesehenen Fischsterben geführt hatte. Extra-Wasser für den prominenten Unkeler Mitbürger gab es nicht, versicherte Brigitte Seebacher. Sie musste mit Eimern und Schüsseln wie alle anderen zu den wenigen Notausgabestellen der Feuerwehr laufen.

Eingangs hatte der Vorsitzende des Forums, Christoph Charlier, daran erinnert, dass das Willy-Brandt-Museum, das auf den Tag genau vor fünf Jahren vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck und dem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Felipe González eröffnet worden war, bereits mehr  als 25.000 Besucher angezogen habe. Dies zeige die fortbestehende Anziehungskraft Brandts und sei das eigentliche Kapital der Stiftung. Er dankte Geschäftsführer Rudolf Rupperath, Dr. Angelika Praus und dem Büroleitenden Beamten der Verbandsgemeinde Jörg Harperath für die aufwendige und akribische Vorbereitung der Feierstunde.

Zu den Gästen zählten Kulturstaatsse-kretär Walter Schumacher und die Landtagsabgeordneten Fredi Winter (Neuwied) und Marc Ruland (Andernach) sowie der Erste Beigeordnete der Stadt Unkel, Wolfgang Plöger, und die Bürgermeister Wolfgang Gisevius aus Rheinbreitbach und Reinhard Limbach in Vertretung des Bonner Oberbürgermeisters  Ashok-Alexander Sridharan. „Ohne meine Vorgänger im Amt Thomas Ottersbach und Klaus-Henning Rosen sowie die Arbeit des stellvertretenden Vorsitzenden Rudolf Barth, der dieses Amt seit Gründung der ‚Bürgerstiftung Unkel Willy-Brandt-Forum‘ innehat, hätten wir diesen Geburtstag nicht feiern können“, schloss Charlier. „Ihnen gebührt großer Dank.“

Den Schlusspunkt der Veranstaltung setzte Landrat Rainer Kaul. Er würdigte in seiner Rede das bürgerschaftliche Engagement der 30 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Willy Brandt-Forums als „außerordentlich und beispielhaft“. Ohne die fleißigen Ehrenamtler  sei „diese großartige Begegnungsstätte zu Ehren des Weltbürgers und Unkeler Bürgers Willy Brandt nicht möglich.“

Kostenlose Führung am 2. Oktober 2016, 15 Uhr
P1070907

Die nächste öffentliche Führung durch das Willy-Brandt-Forum findet am Sonntag, 2. Oktober 2016, um 15 Uhr statt. Interessierte Besucher können sich dem Rundgang durch die Ausstellung gerne anschließen!

 

Facebooktwitter