Matinée mit Kabarettist Norbert Alich am 7. und 28. Mai 2017

Der Bonn-Beueler Pantheonike Norbert Alich – vielen bestens bekannt aus Pink Punk Pantheon in seiner Rolle als Hermann Schwaderlappen im Duo mit Fritz Litzmann – wird im Mai auf Einladung des Willy-Brandt-Forums nach Unkel kommen. Gespannt sein dürfen die Besucher auf das, was  „Der Rhein – die arme Sau“ im Laufe seiner langen Geschichte ertragen musste. „Chiantiwein und weiße Schiffe“ nimmt die deutsche Nachkriegsgeschichte aufs Korn, untermalt von Liedern aus der Zeit.

Der Rhein – die arme Sau – Ein kabarettistischer Zug durch Rheinliedergut

7. Mai 2017, 11 Uhr, Verbandsgemeindesaal Unkel, Linzer Straße 4, 53572 Unkel
20 Euro, frei Platzwahl, Vorverkauf im Willy-Brandt-Forum Unkel oder Bestellung (Vorkasse) per Mail info@willy-brandt-forum.com

Was musste der Rhein nicht schon alles über sich ergehen lassen: um ihn herum entstand die „Pfaffengasse“, der Franzose wollte ihn als natürliche Grenze, der Preuße suchte hier seine gesamtreichsdeutsche Identität, er wurde zur Kloake, in die Schweizer, Franzosen und  Westfalen ihre Abfälle entsorgt und zum Holländer geschickt haben, und dann wurde Vater Rhein auch noch der Vater von angeblich furchtbar lustigen Kindern. All das findet heftigen Ausdruck im Liedgut von Willi Schneider bis zu den Höhnern.

Norbert Alich, mit gewaltigem Bariton und großer Erzähllust, nimmt das eine oder andere Lied unter die Lupe. Am Flügel begleitet wird er von Stephan Ohm.

Chiantiwein und weiße Schiffe – Kabarettistische Reise durch die Schlagerwelt

28. Mai 2017, 11 Uhr, Verbandsgemeindesaal Unkel, Linzer Straße 4, 53572 Unkel
20 Euro, frei Platzwahl, Vorverkauf im Willy-Brandt-Forum Unkel oder Bestellung (Vorkasse) per Mail info@willy-brandt-forum.com

 Als die Bonner Republik laufen lernte, war die Popmusik der Nazizeit noch längst nicht aus den Köpfen der Deutschen. Massenmedien wie Schellackplatte und Rundfunk hatten dem Schlager die Wohnstuben bereits in den 30er Jahren millionenfach geöffnet. Die oft frivolen Texte der „Goldenen Zwanziger“ („Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“) fielen der Gleichschaltung zum Opfer. Der legendäre „Blaue Engel“, Marlene Dietrich, verabschiedete sich mit „Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, käm ich in Verlegenheit, eine schlimme oder gute Zeit“ nach Hollywood. Marika Rökk sang dagegen noch 1939: „Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück“, Zarah Leander 1942: „Davon geht die Welt nicht unter“.

Nach dem Untergang bereiteten sich in amerikanischer Gefangenschaft der spätere „lachende Vagabund“ Fred Bertelsmann und Gerhard Wendland auf ihre künftige Schlagerkarriere vor („Tanze mit mir in den Morgen“). Im deutschen Bundestag saßen ehemalige Ritterkreuzträger und schwärmten von tollen Jugendzeiten, wenn Peggy March sang: „Mit 17 hat man noch Träume. Lys Assia schwärmte 1950 von einem berühmten Zirkusclown: „O mein Papa, war eine schöne Mann“. Der erste Bundeskanzler konnte dagegen mit der „neuen Musik“ nicht viel anfangen. Konrad Adenauer bevorzugte Lieder von Schubert, „gut gesungen“.

Der Kabarettist und gelernte Opernsänger Norbert Alich liebt beides. In seinem neuen Soloprogramm nimmt er das Publikum mit Geschichten, kabarettistischen Betrachtungen und natürlich Liedern aus der Zeit seiner Kindheit mit auf die Reise. „Ja, ja der Chiantiwein“ von Rudolf Schock in den Ohren in den Ohren und deutschen Konserven im Gepäck ging’s in den Italienurlaub. Von Catarina Valente wussten wir: „Ganz Paris träumt von der Liebe“. Wir begleiteten Freddy Quinn unter fremde Sterne: „Fährt ein weißes Schiff nach Hongkong“. Anfang der 60er Jahre schwappte mit den Beatles die Beatmusik und mit Elvis Presley der Rock’n Roll über den Atlantik („Love me tender, love me sweet“). Schlager und Hits, die das Publikum schon nach den ersten Takten des großartigen Stephan Ohm am Klavier erkennt und allzu gerne mitsingt. „Musikgeschmack wird in der Jugend gebildet, wir müssen die Lieder nur aus dem Unterbewusstsein abrufen“, ist Norbert Alich überzeugt.

Am Flügel Stephan Ohm