April 1933: Flucht ins Exil nach Norwegen

Willy Brandt war 1931 zur SAP gewechselt, weil  ihm die Haltung der  SPD gegenüber den Nazis als zu gemäßigt erschien. Seit Januar 1933 verteilte er in Lübeck Flugblätter, in denen er die Arbeiterschaft zum Kampf gegen den Nationalsozialismus aufrief.

Willy Brandt im Frühjahr 1933 (Foto: Rechteinhaber nicht ermittelbar).

Als Delegierter der SAP reiste er im März 1933 zu einem Treffen der Partei nach Dresden und benutzte zum ersten Mal den Decknamen „Willy Brandt“. In Lübeck hatte man am 20. März 1933 – so Willy Brandt in seinen Erinnerungen – „eine Anzahl Personen in sogenannte Schutzhaft genommen“. Und weiter: „Mein letzter unmittelbarer Eindruck in Lübeck war der ‚Judenboykott‘ am 1. April.“ Unter diesem Eindruck verließ er in den ersten Apriltagen 1933 seine Heimatstadt Lübeck und  floh von Travemünde aus in einem Fischerboot über Dänemark nach Oslo.

Brandt verließ Deutschland in der Überzeugung, von außen effektiver den Kampf gegen Faschismus und Nationalsozialismus führen zu können, als sich im Land der Gefahr von Verhaftung, Folter und Tod auszusetzen. Das Foto zeigt Willy Brandt nach seiner Flucht in Norwegen.

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